Als Hochzeitsfotograf und -filmer bekommt man über die Jahre einiges zu sehen – egal, ob es sich um eine klassische Traumhochzeit im Schloß am Wörthersee mit weit über 200, oder eine traditionelle Trachtenhochzeit im Schloß Wolfsberg mit ca. 100 Gästen.
Hier möchten wir einige Tipps zu Themen geben, die fast bei jeder Hochzeit auftreten:

 

Redet mit dem Fotografen so früh wie möglich.
Unabhängig davon, ob es zur Buchung kommt oder nicht: ein Fotograf, der seit Jahren aktiv ist, kann sehr viel berichten – egal, ob es um die standesamtliche Zeremonie, Location für die Feier oder die Wahl der passenden Musik geht.

 

Hochzeitsfotos für Facebook, Twitter und Instagram.
Man mag zum Facebook Status Update bei oder nach der Hochzeit stehen wie man will, grundsätzlich möchten wir anmerken, dass die Möglichkeit besteht, Fotos von der Kamera via WLAN direkt auf ein iPad oder iPhone sowie Android-Geräte wie Samsung Galaxy Sx, Nexus Tablets, Windows Phone usw. zu übertragen und dort via Instagram, Snapseed oder sonstiger Software zu bearbeiten. Von dort können sie dann auf Facebook oder andere Soziale Netzwerke geladen werden.

 

Die Braut rechts oder links vom Bräutigam?
In der Kirche entscheidet der Pfarrer, wie er es haben möchte. Meist steht die Braut links vom Bräutigam. Das “Warum” entzieht sich meiner Kenntnis und auch Google ist weder schlüssig, noch besonders hilfreich.
Wenn es aber um den Rest des Tages geht, hilft eine Eselsbrücke, die man – einmal gehört – nie mehr vergisst und die, wenn auch nicht ganz unumstritten, einen guten Anhaltspunkt gibt:
Früher trug der Mann sein Schwert auf der linken Seite, damit er mit der rechten Hand ziehen konnte. Aus diesem Grund nimmt er die Frau immer auf die rechte – seine starke – Seite, damit das Schwert nicht stört und er sie mit seiner kräftigen Seite besser beschützen kann.

 

Der beste Monat, um zu heiraten.
Die Wahl des “richtigen” Monats hängt von einigen Faktoren ab. Während früher der Frühling, im Besonderen der Monat Mai, hoch im Kurs standen, kommt jetzt immer mehr der Herbst, ganz besonders der Monat September, in Mode. Sicherheit bei der Witterung, angenehmere Temperaturen als im Juli und August, und eine schöne Herbststimmung sind die am häufigsten genannten Gründe.
Ein nicht zu vernachlässigender Faktor bei der Wahl des Termins ist die Verfügbarkeit der Location. Gerade am Wörthersee sind Locations wie Werzer, Schloss Seefels, Schloss Leonstein, Parkhotel, aber auch kleinere wie Villa Bulfon, Villa Christina oder Parkvilla häufig schon ein Jahr zuvor gebucht und Termine im Mai bzw. September sind heiß begehrt.

Kirchen wie Maria Wörth oder Priester wie Pater Anton sind zwar auch heiß begehrt, aber meistens lässt sich da terminlich noch was machen, zumal man beide ja nur für ca. eine Stunde benötigt.

 

Das Wetter in Bezug auf die Fotos
Dies ist sicher eine Streitfrage und jeder Fotograf hat eine andere Einstellung zu diesem Thema, aber aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, es muss nicht immer strahlender Sonnenschein sein. Von der Technik mal abgesehen, da man nicht mit Blitzen gegen die Schatten kämpfen muss, haben natural light-Tage einen ganz besonderen Charakter. Tage, an denen es über den ganzen Tagesverlauf regnet bzw. schlechtes Wetter herrscht, sind sehr selten – und für 10 – 15 Minuten Fotoshooting kann man sich zwischendurch immer irgendwo Zeit nehmen.
Sollte wirklich Dauerregen sein, sodass die Familienfotos indoor gemacht werden müssen, kann man das Paarshooting immer noch auf einen anderen Tag verlegen. Eine Möglichkeit, die ich generell empfehle, um an dem Tag den Zeitdruck etwas raus zu nehmen und die Hochzeitsgesellschaft nicht zu lange auf das Brautpaar warten zu lassen. Aber dazu mehr im folgenden Absatz.

 

Paarshooting an einem anderen Tag
Wie so vieles kommt auch dieser Trend aus Amerika und ich persönlich kann dem sehr viele Vorteile abgewinnen. Die Grundidee ist, dass man das Paarshooting aus dem Hochzeitstag raus nimmt (sofern das Brautkleid bei “trash the weddingdress” komplett zerstört wird) und einen Tag, der vom Wetter her optimal ist sowie eine Location, die perfekt passt, wählen kann. Dort kann man dann ganz entspannt die Fotos machen. Einziger Aufwand: Brautfrisur und Make-up müssen nochmals gemacht werden. Natürlich macht man die Familienfotos am Hochzeitstag. Hier geht es ausschließlich um die Paarfotos.
Grundsätzlich kommt es darauf an, wie wichtig jemandem das Paarshooting ist, denn es gibt immer öfter Paare, die in erster Linie eine Fotodokumentation möchten und das eigentliche Shooting in 5 Minuten mit 2-3 Standardposen abgehandelt haben.
Wer aber wirklich tolle Paarfotos haben möchte, muss am Hochzeitstag sicher gute 30 – 45 Minuten einrechnen. Wenn das Ganze dann noch an einer anderen Location sein soll, kommt noch die Fahrzeit dazu. In dieser Zeit ist die Hochzeitsgesellschaft “allein” und die Hauptdarsteller des Tages fehlen. Auch läuft der Zeitplan an dem Tag, wenn auch minutiös geplant, meistens nicht so ab, wie es sollte. Sei es, weil plötzlich doch eine Maut da ist, die eigentlich keiner wollte, oder die Gratulation doch nicht mit 30 Sekunden pro Person berechnet werden konnte. Nachdem der Koch das Essen gerne auf den Punkt kochen würde, ist für das Paarshooting nicht immer genug Zeit. Klar kann man es verkürzen und gerade Fotografen, die schon einige Hochzeiten fotografiert haben, sind das gewohnt und können in kürzester Zeit einiges aus dem Hut zaubern, aber trotzdem sollte das Verlegen des Shootings auf einen anderen Tag angedacht werden.

 

Der Kuss in der Kirche
Ganz ehrlich und ohne zu übertreiben, bei jeder dritten Hochzeit vergisst der Pfarrer auf “ihr dürft euch jetzt küssen”. Warum weiß ich nicht, hat aber sicher auch damit zu tun, dass es nicht zur eigentlichen kirchlichen Zeremonie gehört und damit auch nicht auf seinem Plan steht
Meistens löst er die Stola, beendet die Segnung, dreht sich um und geht zum Altar. Das Brautpaar steht dann mit großen Augen da, auch in meine Richtung fragend: “dürfen wir uns jetzt küssen?” Oft ist der Kuss dann ein schneller verhaltener, weil man nicht recht weiß ob man darf oder nicht.
Zwar hat sich das noch immer positiv gelöst, weil in jenem Moment indem der Pfarrer sein Versäumnis bemerkt, er es mit einem Scherz begleicht und die Kirche in ein Gelächter ausbricht, aber trotzdem bitte dem Pfarrer beim Vorgespräch darauf hinweisen, dass dem Fotograf der erste Kuss so wichtig wäre

 

Gäste, die mitfotografieren
Wir haben nichts dagegen, wenn auf der Hochzeitsfeier die Gäste mit ihren Spiegelreflexkameras mitfotografieren. Handy- und Instagram-Fotos unterstützen wir sogar bewusst und aktiv.
Das Einzige, worum wir bei der Zeremonie in der Kirche bitten (sofern es nicht sowieso vom Priester angesprochen wird), ist, dass nur 1 Fotograf und 1 Filmer beim Altar stehen. Meist ist nicht wirklich viel Platz und es kommt immer wieder vor, dass neben dem Brautpaar, den Trauzeugen, dem Priester und einem Ministranten plötzlich sechs Leute herumstehen, die alle fotografieren und filmen.
Unsere Fotos kann jeder Hochzeitsgast in digitaler Form bekommen, dementsprechend bitten wir bei der Zeremonie vom Fotografieren Abstand zu nehmen, ansonsten kann gerne mitfotografiert werden.

 

Achtung beim Termin: Fußball-WM und andere Großveranstaltungen:
Das ist dieses Jahr wirklich passiert. Österreichisch-deutsche Hochzeit in Kärnten. Termin: 4. Jui 2014. Am Abend spielt Deutschland gegen Frankreich. Da kann man nur noch W.O geben und das Fußballschauen als Teil der Hochzeit einplanen 🙂

 

Maut und Brautstehlen:
Auch wenn ihr als Brautpaar diese Bräuche nicht mögt und versucht, sie zu unterbinden, bitte gebt dem Fotografen die Kontaktdaten vom Trauzeuge/In, weil er bzw. sie meist doch ein bisschen mehr weiß – und der Fotograf so dann rechtzeitig an der richtigen Stelle sein kann.

 

Musik oder DJ:
Die Qualität der Party, also alles nach der Tafel, steht und fällt mit der musikalischen Unterhaltung. Hier ist es besser, zweimal zu überlegen und ein bisschen mehr investieren.  Es muss nicht immer eine Liveband sein. Ich habe auch schon sehr gute DJs erlebt.